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Geschichte der Pfarrkirche Mariä Geburt in Hersbruck

Im Jahr 1878 wurde in Hersbruck eine katholische Seelsorgestelle eingerichtet. Sie unterstand zunächst der Pfarrei Neunkirchen am Sand.

Zwischen 1878 und 1880 entstand an der Amberger Straße, auf dem Gelände des heutigen Pfarrhauses, ein Kultusgebäude. Dieses umfasste einen Betsaal für etwa 200 Personen, die Wohnung des Seelsorgers sowie ein Schulzimmer.

Die zunehmende Zahl der Katholiken in Hersbruck ließ bis zur Jahrhundertwende den Wunsch nach einer eigenen Kirche entstehen. Mit der Gründung eines Kirchenbauvereins im Jahr 1900 begannen die konkreten Initiativen für den Bau eines eigenen Gotteshauses.

Einen ersten Bauplan entwarf der Münchener Professor Selzer. Der Erste Weltkrieg unterbrach jedoch alle weiteren Bemühungen. In den 1920er-Jahren versuchten die damaligen Geistlichen, die notwendigen finanziellen Mittel für einen Kirchenbau zu beschaffen.

Erst unter Pfarrer Lorenz Winter konnte im Jahr 1932 mit dem Bau der Kirche begonnen werden. Die Seelsorgestelle Hersbruck war bereits 1922 zur eigenständigen Pfarrei erhoben worden. Der Entwurf für die Kirche stammte vom Münchener Architekten Jakob Wacker.

Am 24. April 1932 fand die feierliche Grundsteinlegung statt. Bereits am 28. Juni 1932 konnte das Richtfest gefeiert werden.

Nach einer für die damaligen Verhältnisse außergewöhnlich kurzen Bauzeit von nur acht Monaten war die Kirche einschließlich des 22 Meter hohen Glockenturms fertiggestellt.

Am Sonntag, dem 9. Oktober 1932, wurde die Kirche vom Bamberger Erzbischof Jakobus von Hauck eingeweiht. Mit dem Namen „Mariä Geburt“ wurde das Gotteshaus unter den besonderen Schutz der Gottesmutter gestellt.

Am Passionssonntag, dem 3. April 1933, erhielt die Kirche mit vier Glocken ihr neues Geläut.

Im Laufe des Jahres 1934 wurde der Kirchenraum durch den Münchener Kunstmaler Josef Hengge ausgemalt. Das Fresko mit den überlebensgroßen Figuren an der Nordwand zeigt die Kreuzigung Christi nach einem Motiv des spanischen Malers Diego Velázquez.

Die Bilder der Kreuzwegstationen malte Oberlehrer Hufsky nach Vorlagen des Kirchenmalers Gebhard Fugel.

Im Oktober 1939 erhielt die Kirche eine neue Orgel.

Am 15. April 1945 wäre die Kirche beinahe einem Brand zum Opfer gefallen. Zwei auf das Gotteshaus abgeworfene Brandbomben alliierter Flugzeuge konnten von zwei mutigen Gemeindemitgliedern, die sich an diesem Tag zur Brandwache in der Kirche aufhielten, im letzten Augenblick unschädlich gemacht werden.

Im Herbst 1968 begann eine umfangreiche Renovierung des Kircheninneren. Damit verbunden war eine Umgestaltung des Chorraums nach den Richtlinien des Zweiten Vatikanischen Konzils für die Feier der Eucharistie.

Anstelle des bisherigen Hochaltars an der Nordseite wurde in der Mitte des Presbyteriums ein Steinaltar aufgestellt.

Im Jahr 1982 erhielt die Kirche an der Westseite einen zusätzlichen Raum für etwa 20 Personen. Dort finden die Gottesdienste an Werktagen statt.

Mit einer Länge von 39 Metern, einer Breite von 16 Metern und einem Fassungsvermögen von mehr als 400 Personen zählt die Pfarrkirche zu den größten Gotteshäusern im Dekanat.

Das Patrozinium wird am Fest Mariä Geburt, dem 8. September, gefeiert.

Anschrift

Pfarrkirche Mariä Geburt
Amberger Straße 51
Hersbruck

Filialkirche St. Jakobus in Reichenschwand

Seit dem ersten Adventssonntag des Jahres 1971 besitzt die Pfarrei in ihrer Filialgemeinde Reichenschwand ein eigenes Gotteshaus.

Das in Fertigbauweise errichtete Gebäude mit aufgesetztem Flachdach wurde am 28. November 1971 vom damaligen Bamberger Weihbischof Martin Wiesend eingeweiht.

Der freistehende Kirchturm befindet sich neben dem Kirchengebäude und trägt zwei Glocken.

Als Namenspatron wurde der Apostel Jakobus der Ältere gewählt. Hintergrund ist die alte Reichenschwander Tradition, das Kirchweihfest am Sonntag nach dem Gedenktag des heiligen Jakobus zu feiern.

Anschrift

Filialkirche St. Jakobus
Blumenstraße
Reichenschwand
Gegenüber dem Schulgebäude

Filialkirche Herz Jesu in Henfenfeld

Die Filialgemeinde Henfenfeld besitzt seit dem 6. November 1983 eine eigene Kirche.

Das Gebäude ist als Kombination aus Kirche und Gemeindehaus konzipiert. Der eigentliche Kirchenraum bietet Sitzplätze für 85 Gläubige und kann von einem kleineren Gemeindesaal abgetrennt werden.

Die Außenmauern wurden mit Kalksandverblendsteinen ausgeführt. Der freistehende Glockenturm trägt zwei Glocken.

Das Gotteshaus trägt den Namen „Herz-Jesu-Kirche“. Das Patrozinium wird am Freitag nach Fronleichnam gefeiert.

Anschrift

Filialkirche Herz Jesu
Friedhofstraße
Henfenfeld